Text und Straße!
Die mobile Ratte und ihre Paten werden auf ihrem Weg durch Konstanz-Petershausen an einigen belebten Plätzen Halt machen, um Literatur da hin zu bringen, wo sie sonst nur selten zu finden ist:
an belebten Straßen, Kiosken und Imbissbuden.
Die experimentelle Leseaktion basiert auf der Einmaligkeit der Situationen, in denen Texte im alltäglichen,
urbanen Raum auf Menschen treffen, spontanes Anhalten und Verweilen ist daher ebenso jederzeit möglich wie unerwartete Änderungen und Improvisationen.
Reaktionen sollen provoziert werden, um wechselseitige Anregungen und Impulse zwischen Lesern und dem ‚Publikum' zu erzeugen.
Das Konzept basiert
gleichermaßen auf der Wiederholung prägnanter Texte sowie auf deren jeweils individuell variierender Präsentation. Auf den Wegen zwischen den ‚Stationen'
sind aus dem Bauch der Ratte verstörende Geräusche, musikalische Elemente sowie gesprochene Textfragmente zu hören – auf ihrer Oberfläche kann die Reaktion
der Zuschauer abgelesen werden. Die Vorträge sind keine reinen Lesungen, es sind kleine Alltags-Inszenierungen, sie konfrontieren die Menschen auf der
Straße plötzlich und unverhofft mit Literatur.
In den 60'ern waren die Beatles Lärm. Heute ist es Brecht!
Samstag, 26.09.: Die Wanderliteratte hat provoziert und irritierte Blicke auf sich gezogen. Fünf Haifische (Anm.: Gelesen wurde unter anderem der Text »Wenn die Haifische Menschen wären« von Bertold Brecht) riefen auf der Polizeizentrale an, weil sie sich in ihrer spätnachmittäglichen Ruhe durch die Lesung gestört fühlten.
